Kategorie: Alois Mühlbacher
Alois Mühlbacher ist eine der außergewöhnlichsten Sängerpersönlichkeiten, die Österreich in den letzten Jahren hervorgebracht hat – ein Phänomen, das nicht nur für seine unvergleichliche Countertenorstimme gilt, sondern ebenso für seinen Ehrgeiz, seine Darstellungslust und jene gewisse Leichtigkeit, mit welcher der einstige Sängerknabe die internationale Profi-Liga erobert hat. Aus dem oberösterreichischen Hinterstoder stammend und durch die Schule der St. Florianer Sängerknaben geformt, vollzog er einen der seltensten und geglücktesten Übergänge der Gesangsgeschichte: Fast bruchlos setzte sich seine Karriere in der Countertenorlage fort, ohne dass die Stimme an Farbe, Flexibilität oder Nuancenreichtum eingebüßt hätte. Seine Bedeutung für die österreichische Kunstszene liegt dabei in mehreren Dimensionen: als lebendiger Beweis für die nach wie vor ungebrochene Kraft der heimischen Knabengesangstradition als Ausbildungsstätte von Weltformat, als einer der wenigen österreichischen Countertenöre, die in der internationalen Alte-Musik-Szene eine führende Stimme einnehmen, und als Künstler, der das Repertoire seines Fachs souverän über das Barocke hinaus erweitert – neben barockem Repertoire interpretiert er auch romantisches Liedgut, und seine gemeinsam mit Pianist Franz Farnberger eingespielten Lieder von Mahler und Strauss wurden für den Opus Klassik nominiert. Mit dem 2023 gemeinsam gegründeten Ensemble Pallidor, Auftritten an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, der Elbphilharmonie und bei den Salzburger Festspielen sowie dem Lob des Magazins concerti, das seine Stimmgebung als die eines „Peter Pan unter den Countertenören" bezeichnete, hat Mühlbacher seinen Platz in der ersten Reihe des europäischen Gesangslebens eingenommen – und dabei seinen oberösterreichischen Wurzeln stets treu geblieben.