Kategorie: Andyman
Andyman – das sind Andreas Kurz (Kontrabass und Gesang) und Andreas Haidecker (Gitarre und Gesang), zwei Oberösterreicher, die seit über zwei Jahrzehnten zu den eigenständigsten und präzisesten Stimmen der österreichischen Dialektlied-Szene zählen. Die konsequent durchgearbeiteten Texte sind in ihrer sorgfältigen Wortgewalt einzigartig im Genre des gegenwärtigen Dialekt-Songwritings – und genau darin liegt ihre besondere Bedeutung für die heimische Kunstszene: Andyman betreiben das Wienerlied nicht als museale Pflege, sondern als lebendige, literarisch ambitionierte Kunstform. Die Musik des Duos bewegt sich auf der Grenze zwischen Tradiertem und Eigenem, Vertrautem und Befremdlichem und eröffnet überraschende Blicke und neue Perspektiven auf bekannte Themen und Formen, wobei die Übergänge zwischen Zitat und Parodie verschwimmen dürfen. Ö1-Redakteur Johann Kneihs brachte ihre Wirkung treffend auf den Punkt: Es sind Lieder, die wienerischer nicht sein könnten – tiefschwarz, grantig, Zärtliches und Grausliches oft so dicht nebeneinander, dass einem der Atem stockt. Dieses Verdichten von Alltagsbeobachtung, gesellschaftlicher Kritik und sprachlicher Raffinesse in kompakte Liedgeschichten hat ihnen nicht nur einen festen Platz auf bedeutenden Bühnen wie dem Wiener Konzerthaus und dem Radiokulturhaus eingebracht, sondern auch die Anerkennung der Szene: Sie gewannen den Kompositionswettbewerb des Wiener Volksliedwerkes und wurden von Künstlern wie den Strottern oder Erwin Steinhauer als gleichwertige Partner für gemeinsame Projekte gesucht. Mit musikalischer und erzählerischer Raffinesse haben sie einen unverkennbaren Stil entwickelt, der zeigt, dass der Dialekt als Ausdruckssprache keine folkloristische Einschränkung ist, sondern ein präzises künstlerisches Werkzeug – und dass das Wienerlied als Genre noch längst nicht auserzählt hat.