Kategorie: St. Florianer Sängerknaben

Die St. Florianer Sängerknaben sind eine der ältesten und bedeutsamsten Musikinstitutionen Österreichs – einer der ältesten Knabenchöre weltweit, dessen Bestand seit dem Jahr 1071 nachgewiesen ist – und verkörpern wie kaum eine andere Institution die Kontinuität der österreichischen Musiktradition über Jahrhunderte hinweg. Ihre Bedeutung für die heimische Kunstszene ist dabei eine doppelte: zum einen als lebendige Verbindung zur großen Vergangenheit der abendländischen Kirchenmusik, zum anderen als bis heute wirksame Talentschmiede von Weltrang. Zahlreiche hervorragende Musiker sind seit der Gründung des Chores aus seinen Reihen hervorgegangen, der berühmteste unter ihnen Anton Bruckner, dessen Name mit dem Stift St. Florian untrennbar verbunden bleibt – aber auch Künstler wie der Countertenor Alois Mühlbacher oder der Tenor Kurt Azesberger zeugen davon, dass der Chor noch heute eine Ausbildungsumgebung von internationalem Format darstellt. Auf ihren regelmäßigen Konzertreisen bringen die Sängerknaben als kulturelle Botschafter Europas das große Erbe österreichischer Musiktradition ebenso wie neueste Repertoireideen in alle Kontinente – von Japan über Südafrika bis zu den USA und China –, und der einzigartige Klang des Knabenchores, den weltweit nur mehr wenige Institutionen pflegen, ist bei bedeutenden Musikfestspielen und in großen Opernproduktionen nach wie vor sehr gefragt. Unter der seit 1983 andauernden künstlerischen Leitung von Franz Farnberger hat der Chor sein Profil geschärft, das Repertoire von Kirchenmusik und Alter Musik bis hin zu zeitgenössischen Auftragswerken erweitert und sich durch die Gründung eines ergänzenden Männerchores aus ehemaligen Sängerknaben eine zusätzliche Dimension erarbeitet – ein organisches Modell der Traditionsbewahrung und -erneuerung, das die St. Florianer Sängerknaben zu einem der lebendigsten Kulturträger Oberösterreichs und weit darüber hinaus macht.

St. Florianer Sängerknaben