Helmut Qualtinger liest Karl Kraus - Die letzten Tage der Menschheit (Vorspiel und erster Akt)
Helmut Qualtinger liest Karl Kraus - Die letzten Tage der Menschheit (Vorspiel und erster Akt)
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Als Teil des Preiser-Katalogs hat sie ihren Platz in unserer Geschichte — eine Nachproduktion ist nicht vorgesehen.
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Der Anfang vom Ende — und niemand bemerkt es.
Karl Kraus' Monumentaldrama Die letzten Tage der Menschheit, entstanden zwischen 1915 und 1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg, beginnt mit dem berühmten Ringstraßenkorso: Wien, Sirk-Ecke, Sommer 1914. Man sieht und wird gesehen, man plaudert und posiert — bis die Nachricht eintrifft, der Thronfolger sei erschossen worden. Man hat schließlich Wichtigeres zu tun, als sich mit dem Tod des in konservativen Kreisen unbeliebten Erzherzogs zu befassen. Im Kanzleizimmer des Obersthofmeisteramtes wird derweil das Staatsbegräbnis organisiert, das keines sein darf. Dann bricht der Krieg aus.
Kraus kommentiert nichts. Er muss nicht. Die über 220 Szenen des Stückes — authentische Gesprächsfetzen aus Kaffeehäusern, Etappen, Kanzleien und Schützengräben, akribisch gesammelt — sprechen für sich und entlarven eine Gesellschaft, die in ihrer Oberflächlichkeit und Phrasenseligkeit ihrer eigenen Katastrophe entgegentaumelt.
Dieser erste Band der Preiser-Edition — aufgenommen im November 1962 in Wien, mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet — präsentiert Vorspiel und Szenen aus dem ersten Akt. Helmut Qualtinger ersetzt mit seiner brillanten Stimm- und Interpretationskunst ein ganzes Ensemble: Hunderte Charaktere, alle Dialekte und Soziolekte, jede Nuance von Banalität und Abgrund. Seine Lesung klingt, als hätte Kraus das Stück eigens für ihn geschrieben.
