Lebendige Vergangenheit: Helen Traubel Vol. 2
Lebendige Vergangenheit: Helen Traubel Vol. 2
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Als Teil des Preiser-Katalogs hat sie ihren Platz in unserer Geschichte — eine Nachproduktion ist nicht vorgesehen.
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„Isolde aus St. Louis", „First Lady of Valhalla", „Amerikas Antwort auf Kirsten Flagstad" — mit solchen Attributen feierte die amerikanische Presse Helen Traubel (1899–1972), die erste in den USA geborene und ausgebildete Sängerin, die im Wagner-Fach triumphierte. Als Kirsten Flagstad und die europäischen Sängerinnen zu Beginn der 1940er Jahre der Metropolitan Opera nicht mehr zur Verfügung standen, übernahm Traubel die großen hochdramatischen Sopranpartien — und behauptete sich mit ihrer immensen, warm timbrierten Stimme und ihrer gründlichen Schulung auch unter den anspruchsvollsten Bedingungen. Sie sang alle drei Brünnhilden, Isolde, Elisabeth, Elsa und schließlich Kundry; 176 Mal stand sie an der MET auf der Bühne, 168 Mal in Wagner-Opern. Ihr erzwungener Abschied unter Rudolf Bing — der ihre Auftritte in Nachtclubs für unvereinbar mit der Würde des Hauses hielt — sorgte ebenso für Aufsehen wie ihr Debüt.
Der zweite Band dieser Preiser-Edition (2003 erschienen, AAD-Remastering historischer Aufnahmen) vertieft das Porträt einer Ausnahmekünstlerin. Neben ihrem Kernrepertoire von Wagner über Parsifal — begleitet vom RCA Victor Symphony Orchestra unter Frieder Weissmann und Charles O'Connell — reicht das Programm bis zu Mozarts Donna Anna, Verdis Aida und Otello sowie Ponchiellis Gioconda und zeigt so eine stilistische Bandbreite, die über das Wagner-Fach weit hinausging.
Für Freund:innen des historischen Operngesangs ist diese CD ein eindrucksvolles Dokument einer Stimme, die amerikanische Gesangsgeschichte schrieb — und deren Eigenwilligkeit sie auch außerhalb der Opernbühne unverwechselbar machte.
