Kategorie: BartholomeyBittmann
BartolomeyBittmann – der Cellist Matthias Bartolomey und der Geiger und Mandolaspieler Klemens Bittmann – stehen für eine der aufregendsten musikalischen Grenzüberschreitungen, die die österreichische Kunstszene in den letzten Jahren hervorgebracht hat: Mit ungeheurem Elan arbeiten sie an einer völlig eigenständigen, zeitgemäßen Sprache für ihr eigentlich als typisch klassisch konnotiertes Instrumentarium, und tun dies unter dem programmatischen Untertitel „progressive strings vienna" auf eine Weise, die sowohl das Klassik- als auch das Jazz- und Rockpublikum in ihren Bann zieht. Sie bringen jene musikalischen Tugenden leichtfüßig auf den Punkt, die man üblicherweise nicht mit klassischen Instrumenten verbindet: unbändige Spiellust und radikalen Rhythmus. Was ihr Schaffen dabei so bedeutsam für die österreichische Musiklandschaft macht, ist nicht allein die stilistische Kühnheit, sondern die konsequente Verweigerung jeder Schublade: Die musikalische Bandbreite erstreckt sich von wuchtigen Rock-Riffs und virtuos rasenden Unisono-Passagen bis hin zu intimen Grooves und einfühlsamen Kantilenen, wobei der Schwerpunkt stets auf der Suche nach der akustischen Essenz ihrer Instrumente liegt – ohne Verwendung von Elektronik oder Effektgeräten. Darin liegt eine künstlerische Grundsatzentscheidung, die weit über bloßes Crossover hinausweist: Ihr Ziel war es, ein neues Repertoire zu entwickeln und neue Musik zu komponieren, die den klangästhetischen Empfindungen und Bedürfnissen unserer Zeit entspricht, ohne dabei ihre Instrumente verlassen zu müssen. Diese Vision hat internationale Strahlkraft gewonnen – zahlreiche Konzerttourneen führten das Duo in die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie Hamburg, das Muziekgebouw Amsterdam, den Goldenen Saal des Musikvereins Wien sowie in Länder wie die USA, Japan, den Iran und Kenia – und macht BartolomeyBittmann zu einem der eindrücklichsten Belege dafür, dass Wien auch abseits seiner großen Musiktradition ein Ort ist, an dem Neues entsteht, das die Welt hört.